Stell' dir bitte mal folgende Situation vor: Du räumst deine Küche auf. Allerdings bist du kaum bei der Sache, denn In deinem Kopf läuft dabei ein ständiges Sorgen-Karussell: Die Gesundheit deiner Mutter, eine mögliche Kündigungswelle bei deiner Arbeit, das komische Geräusch der Bremsen in deinem Auto von letzter Woche.

Nichts von deinen Sorgen ist gerade akut. Deine Anspannung bleibt trotzdem. Seit Monaten schon geht das schon so...

Das, was ich hier beschrieben habe, kennen viele Menschen mit einer generalisierten Angststörung. Ein ständiges Sorgen, das über weite Teile des Lebens streut, statt sich auf ein Thema zu begrenzen. Man könnte auch sagen, ein erhöhtes Angstlevel.

Von außen betrachtet wirkt oft nichts ungewöhnlich. Der Job läuft, die Familie ist gesund, es gibt keinen konkreten Anlass. Genau das macht die generalisierte Angststörung für viele so schwer zu erklären, auch sich selbst gegenüber.

Es gibt nichts, mit dem sich die eigene Anspannung rechtfertigen ließe.

Wenn jedes Lebensfeld zum Sorgenfeld wird

Bei einer generalisierten Angststörung wechseln die Themen ständig. Kaum ist eine Sorge halbwegs geklärt, übernimmt die nächste. Arbeit, Familie, Finanzen, Gesundheit, kleine Alltagsentscheidungen: Jedes Feld kann zur Gefahrenquelle werden.

Dazu kommen körperliche Folgen. Muskelverspannung, Unruhe, Konzentrationsprobleme, ein Schlaf, der nicht mehr erholt. Viele Betroffene fühlen sich dauerhaft angespannt, ohne einen Grund benennen zu können. Manche berichten, dass selbst ein freier Tag keine echte Ruhe bringt, weil der Kopf ununterbrochen weitersucht.

Auch der Körper zeigt oft, was der Kopf noch nicht ausspricht: Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen, Zähneknirschen in der Nacht, ein ständig erhöhter Puls. Viele suchen zunächst wegen dieser körperlichen Beschwerden ärztlichen Rat, bevor die eigentliche Ursache zur Sprache kommt.

Dass diese Symptome mit der ständigen Angst zu tun haben, wird einem meistens erst später klar.

Warum du das Sorgen nicht lassen kannst

Dein Gehirn unterscheidet nicht zwischen echter Gefahr und gedachter Gefahr. Taucht ein Sorgen-Gedanke auf, reagiert dein Körper fast so, als stünde die Katastrophe unmittelbar bevor.

Deine Sorgen fühlt sich dabei paradox an: Wie eine Art Vorbereitung. Als würde das Durchdenken jedes Szenarios dich vor dem Ernstfall schützen.

Genau das hält dein Gedanken-Karussell in Bewegung. Je mehr du grübelst, desto mehr Stoff findet dein Kopf für neue Sorgen.

Der Kreislauf aus Grübeln und kurzer Erleichterung

Nach einer Grübel-Runde stellt sich oft kurz Erleichterung ein. Du hast kurzzeitig das Gefühl, die Lage im Griff zu haben. Nur - diese Erleichterung trügt. Sie bestätigt deinem Gehirn, dass Grübeln eine sinnvolle Strategie ist. Beim nächsten Anlass grübelst du wieder, und die Anspannung bleibt bestehen.

Mit der Zeit frisst diese Daueranspannung Energie, die dir für den Alltag fehlt. Manche Betroffene ziehen sich zurück, weil selbst kleinste Entscheidungen sie überfordern. Andere schlafen schlecht ein, weil das Sorgen-Karussell ausgerechnet abends am lautesten läuft.

Einfache Entscheidungen wie die Wahl eines Restaurants oder eines Geschenks können zur Belastung werden, weil der Kopf jede Option vorher auf mögliche Risiken abklopft. Die Entscheidung selbst ist dabei meist gar nicht das Problem.

Wie du das Sorgen-Karussell stoppen kannst

Der erste Schritt ist es, den Mechanismus hinter dem Grübeln zu erkennen. Deine Gedanken springen von Thema zu Thema, weil dein Kopf so mit Unsicherheit umgeht. Unabhängig davon, worum es gerade geht.

Du kannst lernen, deine Sorgen zu sortieren: In das, worauf du Einfluss hast, und in das, was du loslassen kannst. Nicht jede Sorge verschwindet dadurch sofort. Aber das Karussell beginnt allmählich, sich langsamer zu drehen. Und die Pausen dazwischen werden länger.

Zusätzlich kannst du dir eine feste Zeit am Tag festlegen, an der du dir das Grübeln bewusst erlaubst. In der übrigen Zeit verbietest du dir das Grübeln konsequent und versuchst so gut wie möglich, immer wieder deine Gedanken auf etwas anderes zu lenken.

Mit der Zeit wirst du dich daran gewöhnen und eine gewisse Routine darin entwickeln. Allein diese zwei kleinen Maßnahmen können schon viel verändern.

Auch dein Umfeld wird die Entlastung spüren. Deine Kinder und deine Partnerin nehmen deine Anspannung meist wahr, selbst wenn niemand offen darüber spricht. Wird das Sorgen-Karussell leiser, wird der Alltag für deine ganze Familie spürbar leichter und ruhiger. 

Wenn du selbst kein Ende deiner Sorgen siehst

Wenn deine Gedanken sich seit Wochen oder Monaten im Kreis drehen, muss das nicht so bleiben. 

In meiner Praxis für Psychotherapie in Elmshorn begleite ich Menschen, die aus diesem Kreislauf, aus der generalisierten Angststörung, herauswollen. Die wieder echte Ruhe und Leichtigkeit in ihrem Leben spüren wollen

Der erste Schritt ist ein Kennenlerngespräch. Dies ist kostenlos und unverbindlich. Klick auf den Button unten und such dir einen Termin aus.

Zum Weiterlesen:

Mehr zum Thema Angst allgemein kannst du in meinem Artikel "Angststörung. Wenn Angst deinen Alltag bestimmt" lesen.

Wenn aus deinen Sorgen plötzlich akute Angstattacken werden, lies auch meinen Artikel "Panikattacken in Elmshorn. Hilfe ohne Wartezeit".